Gastbeitrag Peter Michael Dieckmann: „Vergebung findet statt“ inkl. Meditationsübung

Wir können Vergebung nicht erzwingen, wir können sie nicht erwarten, und wir können sie nicht einfordern. Sie findet statt. Dennoch gibt es zwei Voraussetzungen für Vergebung.
Erstens: Wir müssen anwesend sein, wenn sie stattfindet.
Und zweitens: Wir müssen offen für sie sein.
In den Momenten, in denen wir Mitgefühl empfinden, ist unser Herz offen. Es ist offen für Liebe, für Dankbarkeit, für Traurigkeit, für Schmerz und – für Vergebung!
Der Pförtner, der das Tor zum Herzen verschließt, ist der Verstand. Er schließt die Pforte mit seinen Gedanken. Je mehr Gedanken er denkt, desto sicherer wird das Tor. Das Dilemma ist, dass der Pförtner »Verstand« das Tor nur schließen, nicht aber öffnen kann. Schließlich verfügt der Verstand nur über Gedanken, anderes steht ihm nicht zur Verfügung.
Das Tor öffnet sich ganz von allein, sobald der Pförtner Feierabend macht und nach Hause geht. Vergebung kann man nicht denken, sie ist ein Gefühl. Deshalb hat es keinen Sinn, sich darum zu bemühen, mit kopflastigen Methoden wie beispielsweise der Technik des »Positiven Denkens« zur Vergebung zu gelangen.
Der Verstand will Vergebung erzwingen, er hat den Anspruch, das Hadern, den Ärger, das Schuldgefühl endlich loszulassen. Der Verstand will den Kampf mit dem Teufel gewinnen. Er verfügt jedoch über keinen Schalter, den er einfach nur betätigen müsste, damit Vergebung geschieht.
Vergebung ist ein emotionaler Prozess, der zu einem nicht vorhersehbaren Zeitpunkt abgeschlossen sein wird. Diesen Prozess können wir weder abkürzen noch beschleunigen. Aber wir haben die Wahl, ihn zu bejahen oder zu verneinen.
Mit einem »Ja« geben wir unser Einverständnis, dass der Prozess in uns wirken kann, mit einem »Nein« lehnen wir den Prozess ab und kämpfen gegen ihn an.
Im ersteren Fall sind wir seine Verbündeten, im zweiten seine Gegner. Die Verbündeten einer kriegerischen Übermacht leben unbeschwerter als die Gegner. Zum Verbündeten werden wir einfach dadurch, indem wir aufhören zu kämpfen.

Meditationsübung „Wandel die Energie des Schmerzes in Kreativität“:
Setz dich aufrecht hin und schließe deine Augen.
Verbinde dich mit deinem inneren Schmerz, deiner Traurigkeit, deinem Schuldgefühl.
Stell dir diesen Schmerz als eine Energie vor.
Und dann visualisiere, wie du diese Energie von innen nach außen trägst.
Stell dir vor, wie du sie zwischen deinen Händen hältst.
Hier, in deinen Händen, verwandelt sich die Energie des Schmerzes in Kreativität.
Frag dich: »In welches Projekt möchte ich die Energie investieren?«
Und dann gib sie hin, power die Kraft in dein Projekt!

Peter Michael Dieckmann

Peter Michael Dieckmann aus Duisburg hat jahrelang bei der Zielfahndung der Kriminalpolizei gearbeitet und ist Buchautor und seit 1999 Reiki- und Meditationslehrer nach dem Dalmanuta-Prinzip.

Wir danken Peter Michael Dieckmann für diesen Gastbeitrag und freuen uns schon jetzt darauf, ihn mit einem Vortrag zu seinem letzen Buch „Drei Schlüssel zur Vergebung“ im Rahmen der „Woche der Begegnung“ in der Stadtkirche Moers am 18.September 2017 begrüßen zu dürfen. Ein Veranstaltungshinweis folgt!

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