Leserzitat aus dem Archiv der Rubrik „Was mein Leben reicher macht“ der DIE ZEIT

Mir ist heute dieses Foto eines Leserzitats begegnet und ich musste sofort an unser Projekt denken.

Ja, ein Lächeln kann ein Leben reicher machen. Genau in diesem Moment, in dem es empfangen wird. Und in dem Moment, in dem es gegeben wird. Probiert es doch mal aus. Es kostet nichts und es kann den Himmel aufreißen. Welch ein schöner Beitrag:

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Quelle: Facebook/ ZEITmagazin

Gastbeitrag Peter Michael Dieckmann: „Vergebung findet statt“ inkl. Meditationsübung

Wir können Vergebung nicht erzwingen, wir können sie nicht erwarten, und wir können sie nicht einfordern. Sie findet statt. Dennoch gibt es zwei Voraussetzungen für Vergebung.
Erstens: Wir müssen anwesend sein, wenn sie stattfindet.
Und zweitens: Wir müssen offen für sie sein.
In den Momenten, in denen wir Mitgefühl empfinden, ist unser Herz offen. Es ist offen für Liebe, für Dankbarkeit, für Traurigkeit, für Schmerz und – für Vergebung!
Der Pförtner, der das Tor zum Herzen verschließt, ist der Verstand. Er schließt die Pforte mit seinen Gedanken. Je mehr Gedanken er denkt, desto sicherer wird das Tor. Das Dilemma ist, dass der Pförtner »Verstand« das Tor nur schließen, nicht aber öffnen kann. Schließlich verfügt der Verstand nur über Gedanken, anderes steht ihm nicht zur Verfügung.
Das Tor öffnet sich ganz von allein, sobald der Pförtner Feierabend macht und nach Hause geht. Vergebung kann man nicht denken, sie ist ein Gefühl. Deshalb hat es keinen Sinn, sich darum zu bemühen, mit kopflastigen Methoden wie beispielsweise der Technik des »Positiven Denkens« zur Vergebung zu gelangen.
Der Verstand will Vergebung erzwingen, er hat den Anspruch, das Hadern, den Ärger, das Schuldgefühl endlich loszulassen. Der Verstand will den Kampf mit dem Teufel gewinnen. Er verfügt jedoch über keinen Schalter, den er einfach nur betätigen müsste, damit Vergebung geschieht.
Vergebung ist ein emotionaler Prozess, der zu einem nicht vorhersehbaren Zeitpunkt abgeschlossen sein wird. Diesen Prozess können wir weder abkürzen noch beschleunigen. Aber wir haben die Wahl, ihn zu bejahen oder zu verneinen.
Mit einem »Ja« geben wir unser Einverständnis, dass der Prozess in uns wirken kann, mit einem »Nein« lehnen wir den Prozess ab und kämpfen gegen ihn an.
Im ersteren Fall sind wir seine Verbündeten, im zweiten seine Gegner. Die Verbündeten einer kriegerischen Übermacht leben unbeschwerter als die Gegner. Zum Verbündeten werden wir einfach dadurch, indem wir aufhören zu kämpfen.

Meditationsübung „Wandel die Energie des Schmerzes in Kreativität“:
Setz dich aufrecht hin und schließe deine Augen.
Verbinde dich mit deinem inneren Schmerz, deiner Traurigkeit, deinem Schuldgefühl.
Stell dir diesen Schmerz als eine Energie vor.
Und dann visualisiere, wie du diese Energie von innen nach außen trägst.
Stell dir vor, wie du sie zwischen deinen Händen hältst.
Hier, in deinen Händen, verwandelt sich die Energie des Schmerzes in Kreativität.
Frag dich: »In welches Projekt möchte ich die Energie investieren?«
Und dann gib sie hin, power die Kraft in dein Projekt!

Peter Michael Dieckmann

Peter Michael Dieckmann aus Duisburg hat jahrelang bei der Zielfahndung der Kriminalpolizei gearbeitet und ist Buchautor und seit 1999 Reiki- und Meditationslehrer nach dem Dalmanuta-Prinzip.

Wir danken Peter Michael Dieckmann für diesen Gastbeitrag und freuen uns schon jetzt darauf, ihn mit einem Vortrag zu seinem letzen Buch „Drei Schlüssel zur Vergebung“ im Rahmen der „Woche der Begegnung“ in der Stadtkirche Moers am 18.September 2017 begrüßen zu dürfen. Ein Veranstaltungshinweis folgt!

Das weiße Band im Apfelbaum

„Einmal saß ich bei einer Bahnfahrt neben einem jungen Mann, dem sichtlich etwas Schweres auf dem Herzen lastete. Schließlich rückte er dann auch damit heraus:
Dass er ein entlassener Sträfling und jetzt auf der Fahrt nach Hause sei.
Seine Verurteilung hatte Schande über seine Angehörigen gebracht, sie hatten ihn nie im Gefängnis besucht und auch nur ganz selten geschrieben.
Er hoffte aber trotz allem, dass sie ihm verziehen hatten.
Um es ihnen aber leichter zu machen, hatte er ihnen in einem Brief vorgeschlagen, sie sollten ihm ein Zeichen geben, an dem er, wenn der Zug an der kleinen Farm kurz vor der Stadt vorbeifuhr, sofort erkennen könne, wie sie zu ihm stünden.
Hatten die Seinen ihm verziehen, so sollten sie in dem großen Apfelbaum an der Strecke ein weißes Band anbringen.
Wenn sie ihn aber nicht wieder daheim haben wollten, sollten sie gar nichts tun, dann werde er im Zug bleiben und weiterfahren, weit weg – Gott weiß, wohin.
Als der Zug sich seiner Vaterstadt näherte, wurde seine Spannung so groß, dass er es nicht über sich brachte, aus dem Fenster zu schauen.
Ein anderer Fahrgast tauschte den Platz mit ihm und versprach, auf den Apfelbaum zu achten.
Gleich darauf legte er dem jungen Sträfling die Hand auf den Arm. „Da ist er“, flüsterte er, und Tränen standen ihm plötzlich in den Augen, „alles in Ordnung. Der ganze Baum ist voller weißer Bänder.“
In diesem Augenblick schwand alle Bitternis, die sein Leben vergiftet hatte. „Mir war“, sagte der Mann später, „als hätt’ ich ein Wunder miterlebt. Und vielleicht war’s auch eines.“
(John Kord Lagemann; The Reader´s Digest; März 1961; Seite 41f.)

Diese Geschichte von Vergebung berührt mich immer wieder. Kaum vorstellbar, welches Gefühl von Erleichterung und Freude diesen Mann erfüllt haben muss.
Und immer wenn ich diese Geschichte lese frage ich mich:
Mit wem habe ich meinen Frieden geschlossen?
Wem kann ich dies mit einer Blume und einem weißen Band noch mitteilen?

Wie sieht es bei dir aus?
Gibt es jemandem, dem Du eine Blume mit einem weißen Band reichen möchtest?
Als Zeichen der Versöhnung? Als Zeichen der Barmherzigkeit?
Vielleicht lässt Du diese Vorstellung einmal in deinem Herzen wirken.
Und ich freue mich, wenn Du bereit bist, mir deine Erfahrung anschließend mitzuteilen.

Ich bin überzeugt:
Auch Gott hängt für jeden von uns ein weißes Band in den Apfelbaum. Er ist uns gnädig und barmherzig.

Schreibwerkstatt: letzte Vorbereitungen!

Am Samstag, den 14.01.2017 ab 10:00 Uhr ist es endlich Zeit für unsere Schreibwerkstatt.
Ich bin schon in heller Aufregung und Vorfreude.
Beschäftigt mit den letzten Vorbereitungen und immer wieder kommen mir neue Ideen, die nach Beachtung schreien.
Vielleicht hast Du ja noch Interesse an einer Teilnahme?
Alle Informationen findest Du unter der Kategorie „Schreibwerkstatt“

Bei den Vorbereitungen bin ich auch auf alte Geschichten aus vergangener Zeit gestoßen. Als ich vor einigen Jahren noch Teilnehmerin war. Eine möchte ich gern mit euch teilen. Schon erstaunlich, was manchmal entsteht, wenn ein kreativer Raum zum ausprobieren entsteht:

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Quelle: Postkarte aus der Jahresausstellung Kunst aus Neuss 2001/ 2002;   Ada Blochwitz; Könige aus Tabellenpapier II; Kulturforum Alte Post Neuss

Aufgabe war es, aus einer  willkürlich gezogenen Postkarte eine Geschichte entstehen zu lassen. Und das war mein Ergebnis zu dieser Postkarte:

Der Skeptiker und der Abwartende!

Der Skeptiker und der Abwartende schreiten gemeinsam durch das Land. Unzertrennlich haben sie sich vor vielen Jahren auf den Weg gemacht. Ihr Ziel sind Begegnungen mit Menschen. Bis heute ist nicht geklärt, ob diese Begegnungen bewusst gewählt sind oder von zufälliger Natur.
Nicht immer werden sie freundlich empfangen. Aber erhalten so viel Zuwendung, dass sie sich nicht mehr über ihren Lebensunterhalt kümmern müssen. Sie werden auf ihrer Reise ausreichend um- und versorgt. Sie reden nicht viel. Allein ihr Ausdruck versetzt die Menschen in einen Zustand, der bewirkt, über sich und ihr Leben nachzudenken.
Oft vollzieht sich ein Wandel, der magisches hervorbringt. Allein bei denen, die Veränderung ablehnen und ihre Mauern hochziehen, lösen die beiden Angst und Schrecken aus. Diese Menschen ergreifen schnell die Flucht. In diesem Moment unwissend, dass irgendwann der Zeitpunkt kommen wird, an dem ein Ausweichen unumgänglich sein wird. Denn alles hat seine Zeit. 
Der Skeptiker hat ein untrügliches Gespür dafür, wenn Menschen sich nicht auf ihrem Weg befinden und allein das Hochziehen einer Augenbraue und das Vorstrecken des Kopfes lässt den Menschen hinterfragen, was in seinem Leben wirklich zählt und welche Bedürfnisse es zur Zeit zu stillen gibt. 
Der Abwartende nimmt sich Zeit. Er hört  zu und lässt die Worte nachhallen. Auch wenn er kein Mensch der großen Worte ist, erscheint er doch als Respektperson. Durch seine Ruhe vermittelt er den Menschen ein Gefühl, im Hier und Jetzt genau so wie man ist, richtig zu sein. 
Sie haben viel erlebt und viel gehört auf ihren Reisen. Viel Zuwendung aber auch enorme Ablehnung erfahren. Und doch ihre Mission niemals in Frage gestellt!

Nachdem ich diesen Text heute nach Jahren wieder gelesen habe, ist mir bewusst geworden, dass ich mit den Jahren auch meine eigne Mission entwickelt habe und auch diese nicht in Frage stelle.
Und ein Punkt meiner Mission ist diese Schreibwerkstatt. Euch eine Begleiterin zu sein. Einen kreativen Rahmen zu schaffen, damit eure ganz persönlichen Geschichten entstehen können. Ich bin schon sehr gespannt auf das, was durch euch hinaus fließen will.

Und ich zitiere an dieser Stelle gern RUMI, da es gerade so passend scheint:
Jenseits von Richtig und Falsch gibt es einen Ort,
dort treffen wir uns!

Ich freue mich auf euch und kann euch verraten: Andrea Kröger und Andrea Zmrzlak freuen sich mindestens genauso auf euch!

Versöhnung mit dem Älterwerden!

Heute Morgen musste ich zum Hautarzt. Krebsnachsorge. Hatte der Hautkrebs doch vor einigen Jahren schon mal zugebissen.
Und jetzt war da wieder so ein Fleck, der mir nicht gefiel.
Kommentar des Arztes kurz und knapp: „Kein Problem. Ist nur ne Alterswarze!“
Wie jetzt kein Problem? Das Wort Warze klingt in meinen Ohren schon nicht so harmonisch.
Aber „ALTERSWARZE“????
Ja, jetzt ist es langsam so weit. Sind die letzten Geburtstage denn unbewusst an mir vorüber gegangen?
Na ja immerhin ist es wirklich total harmlos. Gott sei Dank!
Noch schnell in die Apotheke ein Medikament besorgen!
Was springt mir ins Auge? Das Auge, dass mittlerweile zu einem perfekten „Versöhnungs-Radar“ geworden ist.
In der Rentner-Bravo (Senioren-Ratgeber) ist ein Artikel zu finden mit dem Thema: „Verzeihen können! Warum glücklich ist, wer vergibt“
Ich bin hocherfreut darüber und denke noch kurz beim Einpacken: „Ich werde wirklich älter.“
Auf meiner Fahrt im Taxi zum Bahnhof gefällt mir die Musik im Radio ausgesprochen gut und ich frage meine Taxifahrerin welcher Sender es ist und sie antwortet: „WDR 4“
Ok! Bis Leipzig fahre ich ein paar Stunden. Genug Zeit, den Senioren-Ratgeber zu lesen. Mich über meine Gesundheit zu freuen und Frieden mit dem Älterwerden zu schließen.
Ist man nicht immer so alt, wie man sich fühlt?
Na dann ist ja alles ok!

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Das ist mir doch ein Selfie wert!

 

Ja, es darf schmerzen!

Fäuste geballt!

Vor Schmerz, Groll und Wut!

Der Stachel schmerzt, sitzt tief und verteilt sein Gift brodelnd in der Blutbahn.

In der eigenen Blutbahn!

Nicht in der Blutbahn dessen, der den Stachel abgeschossen hat!

„Ungerechtigkeit“ schreit mein Ego laut heraus!

Was bleibt mir nun?

Hinschauen!

Auf die Gefühle, die da sind. Aber es schmerzt! Ja, und das darf es auch!

Zeit, die liebevolle Begegnung mit mir selbst und das Vertrauen darauf, dass Vergebung stattfinden kann.

All das hilft, den Stachel zu ziehen! Mit den eigenen Händen, die nicht mehr zu Fäusten geballt sind.

Wem willst Du noch deine Hand reichen?

Vor ein paar Tagen wurde mir die Frage gestellt:
„Wem willst Du noch deine Hand reichen?“
Und in mir wurde eine Erinnerung wach.

Ich hatte meine Hand gereicht, nachdem ich verletzt wurde. Eine Verletzung durch eine Freundin. Die Verletzung erfolgte sicherlich nicht bewusst und beabsichtigt. Und doch verletzte sie mein Herz so stark, dass ich mich komplett zurück gezogen hatte. Unvorstellbar war es es für mich in dieser Zeit, meine Hand zu reichen.Zu tief saß der Schmerz.
Mit der Zeit spürte ich, dass in mir der Frieden einzog. Dass ich Frieden geschlossen hatte. Mir war der Frieden in mir begegnet. Das Gefühl der Verletzung hatte sich verwandelt.
Dies wollte ich auch meiner Freundin mitteilen.
Ich reichte meine Hand in Form eines Briefes. Drückte meine Versöhnung in Worten aus. Verlangte nichts zurück. Wollte „nur“ meine gewandelten Gefühle ausdrücken.
„Es ist gut. Ich reiche dir wieder meine Hand.“
Ein paar Tage später trafen wir uns zufällig auf einem Stadtfest. Hätte es diesen Brief nicht gegeben, hätten wir wahrscheinlich so getan, als würden wir uns nicht sehen.
Wären uns aus dem Weg gegangen. Aber nun konnten wir uns die Hand reichen.
Wir haben den ganzen Abend gemeinsam verbracht. Gelacht, getanzt und geredet. Es war ungezwungen wie früher.
Ich bin dankbar, dass ich diesen Frieden in mir spüren durfte. Dankbar, dass ich meine Hand reichen konnte.

„Wem willst du noch deine Hand reichen?“
Eine Geste, mit der wieder Frieden einkehren kann. Frieden in deinem Herzen.